|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| ISBN: 3702011064 ISBN: 3702011064 ISBN: 3702011064 ISBN: 3702011064 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Wir empfehlen: | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
ENDLOSE STREITEREIEN UM
DAS PROJEKT
Eine im April 1991 veröffentlichte
Umfrage, die der Standard von 21. Februar bis 6. März vom Gallup-Institut
durchführen ließ, ergab eine unerwartet starke Zustimmung unter den
Österreichern: exakt 50% votierten für das Projekt, nur 19% sprachen
sich dagegen aus, indifferent blieben
28%.[12]
Vor allem unter den jungen Österreichern
befanden sich die meisten Befürworter des Kulturbaus: 73% der unter
30jährigen plädierten für das Projekt, nur 6% waren
dagegen.
Dieses Ergebnis ist jedoch kritisch zu nehmen,
da der STANDARD eine derjenigen Zeitungen war, die für das Museumsquartier
eintraten. Auf dieser Seite standen außerdem PROFIL und FALTER.
DIE PRESSE und vor allem DIE KRONEN ZEITUNG
schimpften um die Wette gegen das Projekt.
Die KRONE scheute nicht einmal davor
zurück, mit verfälschten Fotomontagen Stimmen gegen das Projekt zu
gewinnen. Ihrer Entrüstung ging allerdings eine deutliche Befürwortung
voran. Noch zu Beginn von 1992 hatte der KRONE-Kulturredakteur Erwin Melchart
den geplanten Bau bejubelt. Ein halbes Jahr später ergriffen aber statt der
Experten der Kommentator Aurelius (alias Herausgeber Hans Dichand) und
Chronikredakteure das Wort. Sie redeten von „Monster” und
„Zwangsbeglückung”.[13]
Die am heftigsten umkämpften Punkte waren
die Kernzone des Messepalastes und vor allem der Leseturm.
Der Bibliotheksturm, unbestreitbar das
markanteste und weithin sichtbare Zeichen des Museumsquartiers wurde
schließlich zum Symbol und zum Hauptgrund für die langen Streitereien
um den Bau. Manche Politiker ängstigten sich zum Beispiel, daß er von
der Bevölkerung als Verschandelung des sich hinter dem Muqua erhebenden
Spittelbergs empfunden würde. Ein Stück weiter hinten steht jedoch der
Flakturm der Stiftskaserne und ein Hochhaus einer großen
österreichischen Möbelfirma.
Zudem wurde auch eine
„Bürgerinitiative Hofstall Ensemble” gegründet, der unter
anderen auch Günther Nenning angehörte. Die Bürgerinitiative trat
für ein Kutschenmuseum im „einst bedeutesten Palast für
Pferde”[14] ein, von dem aus
man mit der Pferdetramway bis zum Westbahnhof fahren kann.
Die Bürgerinitiative forderte
außerdem eine Volksabstimmung zum Thema.
Auch das Bundesdenkmalamt äußerte
sich 1992 kritisch gegenüber dem Projekt.
Bald waren die SPÖ unter Vizekanzler
Erhard Busek und die Grünen die einigen Parteien, die sich noch für
das Museumsquartier einsetzten. ÖVP und natürlich vor allem FPÖ
stellten sich dagegen, als es um die Abstimmung über die
Flächenwidmung im Gemeinderat ging.
Nach endlosen Querelen zwischen der Stadt Wien
und dem Bundesdenkmalamt wurde der Flächenwidmungsplan schließlich
1993 mit einem Abstimmungergebnis von 60:36 beschlossen, nachdem man das MMK um
20% verringert hatte und aus dem für die Veranstaltungshalle vorgesehenen
Bau das „Museum Leopold” gemacht hatte. Die Veranstaltungshalle (750
Plätze) wurde nun in die Kunsthalle integriert und der Leseturm von 68 auf
56m reduziert. Man erwartete sich einen Baubeginn bis
1994.
|
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| |<< Anfang < Zurück Index Weiter > Ende >>| | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Zurück zur Themenseite: SchoolLecture.com/Startseite/Gesellschaft/Kultur Das Setzen von Verweisen (Links) auf diese Seite ist gestattet und bedarf keine vorherige Absprache. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Startseite | english | Bookmark setzen | Webseite weiterempfehlen | Copyright © | Impressum | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||