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STÄDTEBAULICHE
SITUATION UND LAGE
Da es klar war, daß es noch Jahre dauern
würde, bis mit dem Bau des Museumsquartiers überhaupt begonnen wird,
entschloß man sich dafür, diese „Schachtel” für
einen temporären Bau zu adaptieren.
Dieser sollte am Karlsplatz, an der
westseitigen Wiener Haupteinfallsachse für motorisierten Verkehr, der
Wienzeile, errichtet werden. Diese Richtung, die bisher in der diffusen Weite
des Karlsplatzes versickert ist, erhielt mit der trockenen Baumaßnahme der
Halle und vor allem mit dem portalartigen Steg eine abschließende
Verlängerung.
Die Ausrichtung der Kunsthalle parallel zur
verlängerten Wienzeile weist auf verschiedene historische Vorbilder (unter
anderem die Verlängerung der Nachmarktes etc.) hin, ergibt einen sehr
interessanten geschützten Raum an der Rückseite der Anlage und geht
keine sinnlosen Parallelitäten mit den mächtigen Platzwänden des
Karlsplatzes ein.[3]
Mit dieser zentralen Standortwahl ergibt sich
ein „Kulturkorso” zwischen Secession, Akademie, Künstlerhaus
und Technischer Universität genau an der Grenze zwischen dem ersten und dem
vierten Wiener Gemeindebezirk.
Zudem ist die Kunsthalle am Karlsplatz relativ
leicht über öffentliche Verkehrsmittel zu erreichen: an der
U-Bahn-Station Karlsplatz halten gleich drei U-Bahnlinien, die U1, die U2
und die U4.
Dadurch, daß die Grundkonstruktion der
Winterreithalle weiterverwendet werden konnte und nur noch durch mehrere
technische Equipments, wie Klimaanlage etc. ergänzt werden mußte, war
diese Lösung kostengünstig und praktisch
zugleich.
Die Halle ist nur für eine temporäre
Nutzung gedacht und in kürzester Zeit auf- und abbaubar. Die Fundamente
sind Betonfertigteile, die die Gebäude nur punktuell abstützen und
die, wenn sie nicht mehr gebraucht werden, wieder ohne Probleme entfernbar
sind.
Unter Wiens Bevölkerung löste die
Halle wenig Gegenliebe aus: Wiens Stadtplaner Roland Rainer sprach sich gegen
die Kunsthalle aus und bezeichete das Gebäude als „von plumpen
Treppenaufgängen flankierten
Stahlkubus”[4].
Im Herbst 1997 mußte die Kunsthalle
wegen einer Generalrenovierung vorrübergehend schließen, die die
Halle bis ins Jahr 1999 haltbar machen soll - bis dahin erhofft man sich die
endgültige Übersiedlung ins Museumsquartier.
Der über die Fahrbahn gebaute Tubus
wäre zur Demontage fällig, da man ihn nicht betreten
darf.
Er ist eigentlich schon seit der
Eröffnung sinnlos, da den Passanten der Ein- beziehungsweise Hinunterblick
in das Innere der Halle verwehrt wurde: die Glaswände der Röhre waren
mit Plakaten verklebt. Damit wurde die „interessanteste Architekten-Idee
in diesem Mehrzweckbau
kaputtgemacht.”[5]
Die Kunsthalle Wien wurde am 5.September 1992
eröffnet. Die erste große Ausstellung war Haus-Rucker-Co gewidmet,
einer österreichischen Architektengruppe, aus der die
Architektengemeinschaft Ortner & Ortner hervorgegangen ist: jenes
Architektenduo, das gemeinsam mit Manfred Wehdorn für die Planung des
künftigen Museumsquarieres verantwortlich zeichnet.
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